PEP - Gemeinsam Essen

PEPinfo Nr. 3 – März 2019

Drunkorexia

Jung, fit, schlank und erfolgreich – das sind die Doktrinen, die uns die Gesellschaft inzwischen vorgibt. Schwächen sind nicht mehr erlaubt, zumindest sie zu zeigen, kann man sich heutzutage kaum noch leisten. Der Druck oder einfach nur der Wunsch im Alltag immer top gestylt und trendy sein zu müssen – Berufsleben, Schönheitsindustrie, Medien - sie geben das Diktat vor! Der Kult um den eigenen Körper nimmt neue und ungeahnte Ausmasse an. Psychische Probleme sind an der Tagesordnung. Dass dabei so manch einer auf der Strecke bleibt oder sich dem Versuch dem Ganzen zu folgen, in eine Spirale aus Sucht und Abhängigkeit begibt, ist eine logische Konsequenz dessen. Damit nimmt vorab für junge Menschen das Risiko an einer Essstörung zu erkranken weiter zu. Drunkorexia gehört noch zu den eher unbekannten Facetten eines gefährlichen Suchtverhaltens. Immer mehr junge Menschen verzichten tagsüber auf Nahrung, um sich am Abend im Ausgang den ein oder anderen Drink genehmigen zu können. Junge Frauen erleben es als Vorteil, dass der Bauch durch das Nichtessen am Tag flacher bleibt und es zudem weniger kostet sich auf nüchternen Magen zu betrinken. Schnell wird bemerkt, dass im Alltag ein Glas Alkohol ein «gutes» Mittel gegen aufkommende Hungergefühle ist. Mehr dazu.Weitere Studien zum Thema:

Vergiss niä

Wie in PEPinfo Nr. 2 angekündigt, hat PEP mit Unterstützung von Gesundheitsförderung Schweiz und in Zusammenarbeit mit der Kommunikationsagentur JEFF die Kampagne Vergiss niä entwickelt. Für die Umsetzung der Kampagne stehen Schulen und Jugendarbeit alle Materialien kostenlos zur Verfügung. Fachpersonen von PEP stellen die Inhalte der Kampagne Interessierten aus Kantonen, Schulen oder Jugendarbeit in einer zweistündigen Veranstaltung vor.

Möchten Sie die Kampagne umsetzen? Melden Sie sich bei Brigitte Rychen, Leiterin Fachstelle PEP per Mail oder telefonisch +41 76 368 96 17

Kindern Zeit und Vertrauen schenken

Gesunde Kleinkinder, denen regelmässige Mahlzeiten in einer stressfreien Atmosphäreangeboten werden, haben die angeborene Fähigkeit, das für sie stimmige Essen und Trinken in der richtigen Menge auszuwählen. Sie spüren, was und wie viel sie brauchen. Die Menge kann von Tag zu Tag variieren. Sofern die Eltern selbst vielseitig und ausgewogen mit den Kindern essen, brauchen sie sich um die Vorlieben und Abneigungen ihrer Kinder keine Sorgen zu machen. Werden Kinder aber zum Essen gedrängt, ängstlich oder kritisch beobachtet, stört dies das Vertrauen der Kinder in ihr eigenes Gespür. Die Kinder werden dazu angeleitet, die Autorität oder die Befindlichkeit der Erwachsenen über ihr Empfinden zu stellen, was ihr Selbstvertrauen schwächt. Haben Kinder die Möglichkeit, gut auf ihr eigenes Hunger- und Sättigungsgefühl, ihre Geschmacksvorlieben und ihren Appetit zu achten, stärkt dies auch ihre psychische Gesundheit.   Mehr dazu:Clic, Schweizerischer Fachverband Mütter- und Väterberatung, November 2018. Literatur:Daily Bread, what kids eat around the world, 2019 Ausstellung: Wer is(s)t denn da? Kulturama, Zürich Mit folgenden Angeboten unterstützt PEP Kindertagesstätten, Mütter- und VäterberaterInnen sowie Eltern zu psychosozialen Themen rund ums Essen:

Save the date: Healthy Body Image Forum

Am 12. September 2019 findet das Forum Healthy Body Image (HBI) 2019 in Bern zu folgenden Themen statt:

  • Was läuft in den Kantonen zum Thema positives Körperbild?
  • Wie werden die nationalen Tätigkeiten zur Stärkung eines positiven Körperbilds vernetzt?
  • Wie werden verschiedene Elemente zur Förderung eines positiven Körperbildes, von Lebenskompetenzen und psychischer Gesundheit am Praxisbeispiel einer Kampagne für Schulen und soziale Arbeit vereint?
  • Wie kann die Thematik in den Bereich psychische Gesundheit eingebettet werden?
  • Wie sieht der internationale Forschungsstand zu Körperzufriedenheit aus?
  • Was sind gute Strategien, um ein positives Körperbild zu fördern?

Es erwarten Sie zwei Keynote Referate internationaler Fachpersonen: Sigrún Danílsdóttir und Dianne Neumark- Sztainer Ab 5. Juni 2019 ist das Programm auf den Websites von Gesundheitsförderung Schweiz und PEP verfügbar.


Anlaufstelle Inselspital

Für Essstörungen

Kompetenzbereich Psychsomatik
C.L. Lory Haus
Tel 031 632 20 14
Fax 031 632 05 39
psychosomatik@insel.ch


Für Adipositas

Freiburgstrasse 15
Kinderklinik, Eingang 31
3010 Bern
Tel 031 632 40 70
udem@insel.ch



 

Anlaufstelle PEP

Fachstelle Prävention Essstörungen Praxisnah am Inselspital Bern Kompetenzbereich für Psychosomatische Medizin Lory-Haus

+41 76 368 96 17

fachstelle@pepinfo.ch
www.pepinfo.ch

Postadresse:

Fachstelle PEP
Fellerstrasse 15c
3604 Thun